Erfrischung gefragt!

Wasser mit Geschmack und irgendwann hat sich eingeschlichen – man könnte doch auch ätherische Öle ins Trinkwasser tun, als erfrischender Zusatz, als Lebensmittel. Ja? Nun, so einfach ist das nicht….

Ätherische Öle sind hoch konzentrierte Substanzen

Unverdünnt eingenommen können sie zu Reizungen der Mundschleimhaut, Speiseröhre und des Magens führen.

Wasser mit Geschmack?

Ja, schön wärs, doch ätherische Öle lösen sich leider nicht im Wasser auf, sie brauchen eine Verbindung, einen Emulgator, sonst trinkt man die vermeintliche Verdünnung nicht, sondern erwischt das hoch konzentrierte ätherische Öl, was zu Verätzungen führen könnte!
Emulgatoren sind beispielsweise Schlagobers, Joghurt oder Milch.

Joghurtdrinks  sind eine perfekte Wahl!

Joghurt enthält Fett und darin lassen sich ätherische Öle gut mischen. Das gilt auch für Mandel- oder Sojamilch.

1 Tropfen reicht oft für einen Liter fertigen Joghurtdrink! Es gibt auch Angaben mit 3-4 Tropfen pro Liter, jedoch lieber vorsichtig beginnen. Nachdosieren kann man immer noch!

z.B. Einen Tropfen ätherisches Öl in einem 1 kleinen Becher Joghurt/Soja/Mandelmilch gut mischen und dann mit Wasser verdünnen, eventuell ein paar Eiswürfel dazu.

Achtung bei Kokosmilch –  Kokosmilch enthält zwar auch Emulgatoren um das Kokosfett im Wasser zu halten, das reicht oft nicht aus, um ätherische Öle stabil und sicher einzubinden. Die Öle setzen sich dann ab.

Den Drink dann sofort geniesen und nicht lange stehen lassen!

Welche ätherischen Öle eigenen sich im Sommer?

Zitrone, Orange, Limette, Mandarine, aber auch Pfefferminze.

Nur naturreine ätherische Öle aus biologischem Anbau 

Bitte nur ausschließlich naturreine ätherische Öle aus biologischem Anbau verwenden. Einen Blick aufs Etikett machen und auch die Banderole abrollen. Woher stammt die Ursprungspflanze? Ist der botanischer Name genannt? Biologischer Anbau? Ablaufdatum?  Am sichersten geht man wenn das ätherische Öl als Lebensmittel zugelassen ist. Das sieht man am Verwendungshinweis: “als Lebensmittel”. Ätherische Öle die nur als Raumduft  angeboten werden, sind nicht geeignet! Wer sich auch bei der Bezeichnung „biologischr Anbau, 100% rein“ unsicher ist – beim Hersteller nach extern durchgeführten chemischen Analysen und Zertifikaten fragen. Seriöse Anbieter geben da gerne Auskunft!

Weitere Infos auf meinem Blogbeitrag „Qualität“

Alternative?

Auch wenns attraktiv erscheint, besser für die Erfrischung ist es wohl, sich ein paar Minzeblätter oder eine halbe Zitrone ins Wasser zu geben – Stichwort “Infused water”.

Übrigens… 

Die Empfehlung einer therapeutischen Einnahme von ätherischen Ölen ist ausschließlich Ärzten mit entsprechender Ausbildung vorbehalten. Sie ist zudem auch in Fachkreisen umstritten.

 

 

 

Duftplatz Mai – Rhododendron

Im Mai blüht so ziemlich alles was blühen kann. Während ich auf das aufgehen der Pfingstrosen warte, empfängt mich im Garten der Duft der Rhododendren, auch Alpenrose genannt.

Das ist bei meinen Sträuchern ein blumiger Duft, bisschen erdig und leicht süßlich. Es können die Blüten aber auch die Blätter duften, je nach Art.
Der Name “Rhododendron” war bis ins 17. Jahrhundert für den Oleander in Gebrauch. Erst Carl von Linné listete 1753  in seiner “Species Plantarum” Rhododendren als Gattung mit damals fünf Arten. Zur Gattung Rhododendron zählen übrigens auch Azaleen.

 

Für ätherisches Öl wird hauptsächlich die Art Rhododendron anthopogon aus Nepal verwendet. Es wirkt körperlich leicht entzündungshemmend und wird bei Gelenksbeschwerden eingesetzt. Psychisch kann es belebend wirken und wird bei mentaler Erschöpfung eingesetzt.

 

Die entzündungshemmende Wirkung wurde auch in Studien untersucht. Eine davon: Innocenti G, Dall’Acqua S, Scialino G, Banfi E, Sosa S, Gurung K, Barbera M, Carrara M. Chemical composition and biological properties of Rhododendron anthopogon essential oil. Molecules. 2010 Mar 31;15(4):2326-38. doi: 10.3390/molecules15042326. PMID: 20428045; PMCID: PMC6257328.

Duftplatz Februar – Grapefruit

Grau in grau und antriebslos. Es ist immer noch Winter. Ein paar Sonnenstrahlen schaffen es schon, und die Stimmung wird besser. Doch noch überwiegt die Dunkelheit.

 

Setze daheim einen Duftpunkt mit dem ätherischen Öl der Grapefruit (Citrus paradisi). Ob in der Duftlampe, in einer Dose, auf einem Wattepad. Ein paar Tropfen Öle reichen aus um die Sonne ins Heim zu zaubern.

Das Grapefruitöl wird durch Kaltpressung aus der Schale gewonnen und ist ein sehr starkes Öl. Ein bis zwei Tropfen reichen für ein Wohnzimmer aus. Es steht für Lebensfreude und wird nicht umsonst “Sonne des Winters” genannt.

Duftplatz Jänner – Eukalyptus

Eine Jahresserie. Jedes Monat ein Duftpunkt mit einem Monatsthema.
Im Jänner gehts los mit Eukalyptus.

Die Feiertage sind vorbei, die Erkältungs- und Grippewelle quält wohl viele Menschen. Eukalyptusöl ist in dieser Zeit ein beliebter Helfer bei Atemwegsbeschwerden. Eukalyptus globulus, die bekannteste Eukalyptusart, wirkt schleimlösend, antibakteriell und antiviral und erleichtert das Atmen.


Als Raumduft:  Einige Tropfen in der Duftlampe sorgen für ein angenehmes Raumklima.
Im Duftstift:  Praktisch für unterwegs und jederzeit griffbereit.

 

Achtung:
Eucalyptus globulus und radiata sind für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder mit spastischen Atemwegserkrankungen aufgrund des hohen Cineolgehalts ungeeignet.
Für Kinder eignen sich mildere Eukalyptusarten wie Eukalyptus staigeriana oder Eukalyptus citriodora. Diese riechen für uns weniger typisch nach Eukalyptus, da unsere Geruchswahrnehmung oft von bestimmten Erwartungen geprägt ist. Die Wirkung ist jedoch ähnlich.

 

Eukalyptusblatt

 

 

 

Gute Qualität zeigt sich auf der Etikette!

Ein paar Tipps, wie man gute Qualität erkennt: Die Etikette ist meinst länger als vermutet und lässt sich abrollen. Dahinter verbirgt sich jede Menge Information:

  • Deutscher und botanischer Name
  • Herkunftsland
  • Anbauart: kontrolliert Biologischer Anbau (kBA)
  • Angabe des Pflanzenteils: Blatt, Blüte, Kraut, Holz, Wurzel, Schale etc.
  • Gewinnungsverfahren: Destillation, Pressung, Extraktion,
  • Verdünnungsverhältnis
  • Chargennummer und Mengenangabe im ml
  • Verfallsdatum
  • Angaben für die Verwendung (Raumbeduftung, Aromapflege, Aromaküche)
  • Firmenname

Bei Unsicherheiten ist es ratsam, die Unternehmen direkt zu kontaktieren und sich die – extern – durchgeführten chemischen Analysen und Zertifikate geben zu lassen. Seriöse Firmen geben gerne Auskunft!

Einwintern

Der Herbst ist da. Sommerkleider ade… Wie jedes Jahr tausche ich Sommergewand gegen Übergangs-/Wintergewand im Kasten. Eine gute Gelegenheit gleich auch wieder Lavendel/Nussblattsackerl zu machen oder alte Sackerln mit etwas Lavendel fein aufzufrischen.

Wie es einfach geht – für den Hausgebrauch:

  • getrockneten Lavendel gut abrebeln und in Teesackerln füllen

Lavendel in Teesackerl

  • Nussblätter (frisch oder getrocknet) klein reissen und ebenfalls ins Teesackerl geben. Die Gerbsäure in den Nussblättern hält ebenfalls Motten ab. Meine Großeltern hatten im Kasten einfach ein paar Nussblätter liegen. Das bröselt allerdings bald..

Nussblatt und Teesackerl mit Lavendel

  • Mit einer Heftklammer zumachen und wer mag verzieren oder in Stoffsackerln geben. Fertig.

fertige Sackerln

 

  • Auffrischen von alten Sackerln

Wer noch alte intakte Sackerln im Kasten hat kann sie kurz durchkneten und wenn das nicht reicht, ein paar Tropfen Lavendel fein draufgeben. Klar, der Lavendel aus Frankreich ist ein Klassiker, aber es gibt auch Lavendelöl aus Österreich von Feeling:  Lavendelöl bio aus Österreich  (affiliate)  /Werbung

Sommer, Sonne – Hydrolate!

Der Sommer ist nun endlich da und es wird heiß. Das ist auch gut so! Doch gegen Abend hin oder bei längeren Auto-/Zug/Motorradfahrten könnte es doch mal zu heiß werden.

Abhilfe schafft da ein erfrischendes Hydrolat wie das Pfefferminzhydrolat. Auf den Hals oder die Handgelenke gesprüht kühlt es sofort.

Was ist ein Hydrolat? Das ist das „übrig gebliebene“ Wasser, dass bei der Wasserdampfdestillation bei der Gewinnung des ätherischen Öles entsteht. Im Hydrolat ist immer noch genug Öl drin, dass es eine Wirkung haben kann.

PS.
Feeling hat im Juli eine Hydrolate-Aktion

Feeling - Hydrolate Aktion im Juli

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Wald und Regen

Es gibt nur schlechte Kleidung, heißt es, und gerade bei Regen ist es schon ein bisschen eine Überwindung raus zu gehen. Da kommt ein Besuch im Gasthaus Hochramalpe gerade recht. Danach, auch wenns etwas kühl ist und regnet, ein kurzer Spaziergang beim See und in den Wald hinein. Riechen! Wald riecht ja immer, nach Nadelbäumen, Erde, Moos, Pilzen. Nach dem Regen riecht es viel intensiver und das hat auch einen Grund.

Dieser einzigartige Geruch wird „Petrichor“ genannt (abgeleitet von „petros“ (Stein) und „ichor“ der Flüssigkeit in den Adern der griechischen Götter) . Es wurde 1964 und 1966 von Isabel J. Bear und Richard G. Thomas, zwei australischen Forschern, in einem Artikel für die Fachzeitschrift Nature erstmals erwähnt und beschrieben. Die Atmosphäre enthält u.a. Terpene und andere flüchtige Zersetzungsprodukte tierischer und pflanzlicher Stoffe. Diese Verbindungen bzw. deren sauerstoffhaltige Derivate, d.h. von ihnen abgeleitete Stoffe, werden von Gestein und Ton aufgenommen und nach Regen bei entsprechender Feuchtigkeit wieder an die Luft abgegeben. Es entsteht der typische Geruch. Auch Mikroorganismen tragen zu dem erdig-frischen Geruch nach dem Regen bei. Geosmin, ein Alkohol, wird von Mikroorganismen nach Kontakt mit Wasser freigesetzt.

Im Jahr 2015 haben Forscher des MIT die Freisetzung der Duftstoffe mit einer Hochgeschwindigkeitskamera sichtbar gemacht und den Freisetzungsmechanismus erforscht. Das spannende Video dazu gibt es auf Youtube

Literatur:

Bear I., Thomas, R. Nature of Argillaceous Odour. Nature 201, 993–995 (1964).  (Paper leider kostenpflichtig)

I.J. Bear, R.G. Thomas, Genesis of petrichor, Geochimica et Cosmochimica Acta, Volume 30, Issue 9, 1966, Pages 869-879, ISSN 0016-7037 (Abstract)

 

 

 

 

Frühjahrsmüdigkeit Ade!

Alle Jahre wieder freuen wir uns auf den Frühling, auf die ersten warmen Sonnenstrahlen und den ersten Nachmittagskaffee im Freien. Wenn da nicht die Frühjahrsmüdigkeit daherkäme … Aufstehen fällt schwer, es ist ja immer noch dunkel in der Früh.

Was hilft? Beispielsweise das Zitronenöl. Auf ein Taschentuch träufeln und schnuppern! Ausnahmsweise darf Zitronenöl aber auch direkt in die Hand getropft werden. Verreiben und einen tiefen Atemzug nehmen!

Wer keinen hohen Blutdruck hat,  und Rosmarin mag, kann gerne auch am Rosmarinöl schnuppern. Hier gilt: Nicht unverdünnt auf die Haut auftragen. Ätherische Öle sind konzentrierte Essenzen, die im schlimmsten Fall auch Verätzungen der Haut auslösen können. Besser ist da ein Riechstift, eine Duftlampe, ein Taschentuch. Oder in geringer Konzentration auch schon mal ein Duschgel mit Duft verwenden.

 

 

Pflanzen des Jahres 2024

Es ist schon interessant, dass es nicht nur eine Pflanze des Jahres 2024 gibt, sondern mehrere, die um die Gunst der Interessierten werben. Seis drum, interessant sind Alle und es lohnt mal mit offenen Augen einen Spaziergang zu machen. Klar, im Jänner noch etwas früh, dafür kann man sich mal im Internet einlesen und sich das Aussehen und die Merkmale der Jahrespflanzen einprägen.

Pflanzen des Jahres:

  • Viburnum (Schneeball) (in der Schweiz)
  • Grasnelke (in Deutschland)
  • Ackerschwarzkümmel (in Österreich)

Heilpflanze: Hollunder
Arzneipflanze: Blutwurz
Blume des Jahres: Grasnelke
Staude des Jahres: Blutweiderich
Giftpflanze: Blauregen
Baum des Jahres: Meelbeere

Quellen:
Naturschutzbund Österreich
Unternehmerverband Gärtner Schweiz
Nabu
MDR Garten